Nachruf Josef Koller

Musikverein Neumarkt i.M.

Nachruf Josef Koller

 

Schon wieder müssen wir uns von einem Ehrenmitglied des Musikvereins für immer verabschieden. Mit Sepp Koller unserem „Kaltenböck Sepp“ verlieren wir einen wahren Musikkameraden wie er im Buche steht. Unser Mitgefühl gehört ganz der Familie und Angehörigen von Sepp.

 

Sepp war mit Leib und Seele Musikant. Er war ein sehr guter Tenorist, liebte die traditionelle Blasmusik – und hatte auch Freude mit der moderneren Literatur und meisterte die Stücke mit Bravour mit seinem Können und Ansatz.

 

Die Jugend war ihm generell immer ein großes Anliegen und unterstützte diese, wo immer es ging.

 

So hat Sepp seine beiden Söhne dazu motiviert auch das Tenorhorn zu erlernen.

Seine große Liebe zur Musik lebte er beim Auswendi-Spielen aus. Unzählige Poltereien, Hochzeiten, Geburtstagsfeiern, viele gesellige Stunden nach den Proben beim Oxenwirt, bei unseren Reisen – überall war Sepp mit seinem Bariton zur Stelle und konnte stundenlang die verschiedensten Lieder und Arien auswendig zum Besten geben.

 

Sepp begann bereits mit 14 Jahren, 1949, in Hagenberg beim Musikverein. Als er dann nach Neumarkt gekommen ist, ist er auch gleich hier zum Musikverein dazugekommen.
Sepp war von 1970 bis 1991, 21 Jahre lang, auch im Vorstand des Musikvereins. In dieser Zeit wurde viel Aufbauarbeit im Musikverein geleistet.

 

~ Das Musikkheim wurde 1977 gebaut und 1987 ausgebaut

~ die Reiselust packte den Musikverein und es ging nach Roetgen, Horneburg, Vorarlberg, Burgenland, Ungarn und sogar bis Amerika. Genau vor 40 Jahren – 1981 – war die große Reise für den Musikverein und auch für Sepp – über den großen Teich nach Amerika.

 

Der legendäre Spruch, „Hund san ma, jetzt san ma in Amerika“ stammt von Sepp und wurde zum geflügelten Slogan für uns alle.

 

~Auch musikalisch entwickelte sich die Musikkapelle immer weiter, Sepp konnte immer mithalten und war eine große musikalische und menschliche Stütze im Verein.

~ Dann waren die großen Feste in der Reithalle und am Marktplatz

 

Überall war Sepp dabei und half tatkräftig mit – viele Birken aus seinem Wald verschönerten die Festhallen. Bei dem Ausschank – beim Bierzapfhahn – war er Meister beim Zapfen, aber auch beim Schmähführen mit den Gästen und den Mithelfern – und so manches Glas hat er sich selbst gegönnt…

 

Mit Sepp konnte man richtig Spaß haben, es wurde schon mal länger nach einer Probe – eine Rund am Schluss gab‘s oft vom Sepp, da war er sehr großzügig. Sepp forderte immer Kameradschaft ein – er selbst lebte uns diese vor! …. „a Mode muass hoben“…. war immer sein Spruch.

 

Sepp war über 50 Jahre als Musiker aktiv und einer der verlässlichsten Probenbesucher und Musiker bei Ausrückungen.

 

Für all diese Verdienst verlieh ihm der Blasmusikverband 1997 das Verdienstkreuz in Silber.

 

Der Musikverein Neumarkt hat Sepp für seine großen Verdienste zum Ehrenmitglied ernannt.

 

Seine Gastfreundschaft war legendär – ohne eine Jause, einem oder mehreren Gläser Most oder Bier – kam man nicht vom Hof beim Kaltenböck.

 

Zu seinen runden Geburtstagen hat er uns immer wieder eingeladen und es wurde kräftig gefeiert. So konnten wir im September des Vorjahres noch seinen 85er bei ihm am Hof feiern. Er hat all seine Kräfte mobilisiert, sich fein herausgeputzt und mit uns bis in den Abend gefeiert. Sepp ist dabei so richtig aufgeblüht und er hatte eine riesengroße Freude.

 

Hunderte Begräbnisse hast du Sepp gespielt. Nun müssen und dürfen wir für dich noch einmal den Trauergottesdienst musikalisch gestalten und dich auf den letzten Weg begleiten.

 

Sepp wir sagen dir DANKE für dein Wirken im Musikverein, für deine Musikalität und vor allem für deine Kameradschaft!

 

Ich bin mir sicher, dass du als du von dieser Welt Abschied genommen hast und Alfred Obermüller, den Sepp Müllner und alle anderen Musikkammeraden getroffen hast, gesagt hast – „Hund han ma – jetzt san ma im Himmel“!

 

Sepp Wir werden dich stets in bester Erinnerung behalten!

Ruhe in Frieden!

 

 

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